Das Programm vom Konzert in Tauchen am 21.1.2023 von Trio Cordis spannte einen Bogen von einem frühen Mozart Trio über den spätromatischen Schweizer Komponisten Paul Juon bis zum berühmten Dumky Trio von A. Dvořák. In diesem werden ukrainische Trauerlieder und Tänze kunstvoll miteinander verwoben. Heir Erfahren Sie hier mehr über die Hintergründe der einzelnen Werke:
W. A. Mozart – Divertimento
Das Divertimento B- Dur KV 254 gilt als erstes vollständiges Werk der Klavierkammermusik Mozarts. Es entstand im August 1776, nach den anstrengenden Kindheitsreisen und Jahren, in der unbeschwerten Salzburger Zeit. Diese Unbeschwertheit kommt auch in der Musik zum Ausdruck: Musikalische Frische und Heiterkeit, Spritzigkeit, überraschende Wendungen, Witz, natürliche, klare melodische Abläufe, empfindsame Themen …
Mozarts ältere Schwester Hannerl übernahm bei den frühen Aufführungen den Klavierpart.
Paul Juon – Trio-Miniaturen
Die Trio- Miniaturen gehören zu den am häufigsten gespielten Kammermusikwerden des russisch-schweizerischen Komponisten Paul Juon, der sich in der zweiten Lebenshälfte in Berlin niederließ.
Die spätromantische Musik beginnt mit einem verträumten, nachdenklichen ersten Satz (Reverie). Danach folgt eine witzige, teilweise groteske Humoreske. Nach einer traurigen Elegie bildet ein Danse phantastique den Abschluss. Bei diesem sind Anklänge an wienerische Musik der Jahrhundertwende herauszuhören.
Antonin Dvořák – Dumky-Trio
Das Dumky-Trio wurde 1891, kurz vor der Umsiedelung des Komponisten nach Amerika, fertiggestellt. Das Wort Dumky (Dumka) kann mit „Nachsinnen“ und „Nachdenken“ übersetzt werden. Ursprünglich bezeichnet es ein slawisch-ukrainisches Klagelied (16. Jh.). Im 19. Jh. wird es für Instrumentalmusik verwendet, bei der sich melancholische und tänzerische Teile abwechseln.
„Es sind dies kleine Stücke für Geige, Cello und Klavier. Sie werden fröhlich und traurig sein. An manchen Stellen wird es sein wie ein ernstes Lied, an anderen wie ein fröhlicher Tanz.“
Antonin Dvořák zum Dumky-Trio
Das Dumky -Trio ist ein Beispiel für poetisch- programmatische Musik. Formal gibt es zu den klassischen Trios keine Gemeinsamkeiten mehr. Jeder Satz zeichnet sich durch den Wechsel langsam-schnell aus, wobei die ersten drei Sätze eine Einheit bilden und attaka ineinander übergehen.
Dvořák selbst maß dem Werk eine besonders hohe Bedeutung bei. Dies wird unter anderem in seiner Honorarnote für den Verleger Simrock deutlich. Dabei verlangte er für das Dumky Trio genau so viel (2.000 Mark) wie für die bekannte Sinfonie in e–Moll (Aus der Neuen Welt) und vier Mal so viel wie für das ebenfalls bekannte Streichquartett F-Dur (Amerikanisches Streichquartett).
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