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Franz Schubert (1797 – 1828): Trio B-Dur, op.99

Das Klaviertrio B-Dur op.99 gilt als das „Schwesternwerk“ zum großen Es-Dur Trio op.100. Wenn auch von etwas kürzerer Dauer (Aufführungszeit ca. 40 Minuten), steht es diesem vom musikalischen Gehalt in keiner Weise nach. Es gilt als das lyrischere der beiden Werke, wie bereits Robert Schumann festhielt, der es als „anmutig, vertrauend“ beschrieb. 

Das B-Dur Trio gehört zu den großen späten Kammermusikwerken Schuberts und entstand im Oktober oder November 1827. In dieser Schaffensperiode beschritt der Komponist völlig neue Wege. Sein innerer Antrieb, den Weg zur großen Sinfonie zu bahnen“  kommt in seinen Werken unüberhörbar zum Ausdruck. Die Uraufführung des B-Dur Trios fand mit hoher Wahrscheinlichkeit im Dezember 1827 in Wien statt. Hier wurde ein „neues Trio“ von Schubert zu Gehör gebracht. Die Uraufführung des Es- Dur Trios datiert erst vom März 1828.

1. Satz Allegro moderato (ca. 15 Min)

Der erste Satz beginnt mit einem kraftvollen Triolenthema, bei dem der sinfonische Anspruch deutlich wird.  In weiterer Folge werden die Triolen in spielerischer Weise verarbeitet. Im Gegensatz dazu steht das lyrische – kantilenenhafte zweite Thema, das mit allen Instrumenten abwechselnd weitergeführt wird und sich ebenfalls zu einem großen Klangvolumen aufbaut. In der Durchführung erfährt das Hauptthema eine dramatische Steigerung. Demgegenüber wird das zweite Thema – beginnend im Pianissimo – in kunstvoller Weise moduliert und mündet in die Reprise. In der abschließenden Coda erklingt die Umkehrung des Hauptthemas im dreifachen Fortissimo, ehe der Satz mit einer kurzen, spielerischen Geste endet.

2. Satz Andante un poco mosso (ca. 11 Min)

Der zweite Satz beginnt mit einem lyrischen, schlichten Thema, welches zuerst vom Cello, anschließend von der Violine und vom Klavier vorgetragen wird. Die Grundtonart Es- Dur ist ein Hinweis auf die göttliche Trinität und den Andachtscharakter der Musik. Im zeitlosen Dahinströmen und Verschmelzen der Melodiebögen zeigt sich die Genialität und Einzigartigkeit der Musik. 

3. Satz Scherzo. Allegro Trio (ca. 7 Min)

Im Scherzo steht der rhythmisch-spielerische Charakter im Vordergrund. Der Mittelteil ist im Gegensatz dazu sehr melodiös, im Sinne eines langsamen Wiener Walzers, gestaltet. 


4. Satz  Rondo Allegro vivace (ca. 10 Min)

Das abschließende Rondo geht von einem simplen Tanzthema aus. Es folgen ein marschartiges zweites Thema, kanonartige Einschübe, Verarbeitungen im Tremolo und ein ländlerartiger Abschnitt mit Durchführungscharakter. Als Höhepunkt des Satzes wiederholt sich dieser in der abschließenden Coda, die am Ende in ein Presto mündet.

(ca. 42 Min)

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