Der spätromantische Komponist Nikolaij Rimskij – Korsakov wurde in der Nähe von St. Petersburg geboren. Er gilt als Vermittler zwischen der russischen Avantgarde und westlich geprägter Romantik. Seinem eigenen kammermusikalischen Schaffen stand er mit gewisser Skepsis gegenüber. Das Trio C-Moll ist das einzige, das er für diese Besetzung komponiert hat. Fertiggestellt wurde es erst von seinem Schwiegersohn Maximilian Steinberg (1883 -1946), der das Werk sehr schätzte.
Es handelt sich um eine groß angelegte Komposition von beachtlicher Länge. Typisch sind viele charakteristische, lyrische Themen mit bezaubernder Melodik und zwingender Linienführung. Auf ausgeprägt dramatische Wendungen folgen immer wieder heitere Passagen.
Der erste Satz (12 Min) beginnt mit einer vom Cello vorgetragenen einprägsamen Moll – Melodie, die zunächst vom Klavier und anschließend von der Violine wiederholt und mit allen Instrumenten weitergestaltet wird. Dieser steht ein Seitenthema in Dur gegenüber. In weiterer Folge verarbeitet der Komponist in lyrisch – dramatischer und trotzdem immer eleganter Weise die Themen. Die Coda zeichnet sich durch besondere Geradlinigkeit aus.
Dem ersten Satz steht als Kontrast ein reizvolles, leichtfüßiges Allegro in C–Dur gegenüber (zweiter Satz: ca. 5 Minuten). Dabei handelt es sich um ein Charakterstück, das mitunter etwas skurril anmutet.
Das in A-Dur stehende Adagio (3. Satz, 11 Min) wird von getragenen Klavierakkorden umrahmt. Aus diesen erwächst ein tröstliches Thema, das zuerst vom Klavier, danach vom Cello vorgetragen, und anschließend von der Violine weitergeführt wird.
Der vierte Satz (12 Min) beginnt mit einem längeren, düster klingenden Adagio – Klaviersolo. Dieses wird von rezitativartigen Einschüben des Cellos und der Violine unterbrochen. Letztere leitet in den Allegro – Hauptteil in C-Moll über. Die weitläufigen, tiefgründigen musikalischen Verarbeitungen münden in eine großangelegte Coda in C-Dur
(ca. 40 Min)