„Es wurde gesagt, dass man Buenos Aires sehen kann, wenn man die Musik von A. Piazzolla hört.“
O. Escalada
Der argentinische Komponist Astor Piazzolla schuf mit seinen „Vier Jahreszeiten der Südhalbkugel“ ein Gegenstück zu den bekannten „Vier Jahreszeiten“ von A. Vivaldi. Darin beschreibt er die Jahreszeiten in der Hafenstadt (Porteña) Buenos Aires. Seine Vier Jahreszeiten waren ursprünglich nicht als Zyklus geplant. Der Sommer entstand 1965 als Schauspielmusik, der Herbst wurde 1969 komponiert. Der Winter und Frühling folgten 1970. Nach einem Aufenthalt in Europa Anfang der 50er Jahre entwickelte Piazzolla in den 60er Jahren den „Nuevo Tango“, bei dem sich der Tango Lateinamerikas mit Elementen barocker und klassischer Musik sowie Ausdrucksformen des Jazz und der Neuen Musik verbindet.
Dieser typische Musikstil findet sich auch im Verano Porteño (Sommer) wieder. Tangoartige, rhythmisch prägnante Abschnitte wechseln sich mit gefühlsbetonten, lyrischen Passagen ab.
Im Otoño Porteño (Herbst) beschreibt der Komponist das herbstliche Leben der argentinischen Hafenstadt Buenos Aires. Ein Leben des Abschieds, der Wehmut und Vergänglichkeit.
Der Winter (Invierno Porteño) ist mit seiner elegischen Hauptmelodie eindeutig die düsterste Jahreszeit. Trotzdem endet sie mit einer schlichten Melodie in friedlicher Stimmung.
In Primavera Porteña wird das erwachende Leben des Frühlings mit einem einleitenden Fugenthema, synkopischen Rhythmen und einem gefühlvollen, ins Stück eigebetteten, Lento dargestellt.
Die Fassung für Klaviertrio wurde von Piazzollas Cellistenfreund Josè Bragato angefertigt.