Das Klaviertrio D-Dur ist das erste der drei großen Klaviertrios aus Haydns Londoner Zeit. Die Kammermusikstücke erschienen 1795. Sie sind allesamt der bekannten englischen Pianistin Rebecca Schroeter gewidmet, die Haydn sehr schätzte und die ihm sehr nahestand. Das D-Dur, wie auch das fis-Moll Trio (Nr. 26) stehen zu Unrecht etwas im Schatten des bekannten Gipsy-Trios in G-Dur (Nr. 25).
Nach einem kräftigem Anfangsakkord erklingt ein lyrisches, weit ausholendes Thema. Immer wieder – von Fermaten unterbrochen, mit Triolen angereichert, von Dur auf Moll wechselnd, in frühromantischer Weise verarbeitet – lässt sich auch die Klangsprache Mozarts erahnen. Er war zu jener Zeit bereits verstorben, und Haydn bewunderte ihn sehr.
Bei einem in Moll gehaltenen Andante im Siziliano – Rhythmus klingen Haydns schottische Liedbearbeitungen durch. Darauf folgt unmittelbar ein elegantes, freundlich schlenderndes Finale in Rondoform. Dieses wird kurzzeitig durch einen herben Molleinschub unterbrochen, der an die Stimmung des Mittelsatzes angelehnt ist und sich wieder im dahinfließenden Hauptthema auflöst.