Das Trio Opus 100 gehört zu den großen Werken der Trioliteratur.
„Schuberts Es-Dur-Trio ist wohl das monumentalste Werk der gesamten Klaviertrioliteratur- nicht nur in Bezug auf seine Ausdehnung (Spieldauer ca. 50 Minuten), die wahrhaft symphonische Maße erreicht, sondern auch in Bezug auf die Vielschichtigkeit und den Reichtum des darin ausgebreiteten thematischen und gedanklichen Materials.“
C. C. Schuster
Schubert komponierte das Werk im November 1827, zur Zeit der Entstehung seiner „Winterreise“, ein Jahr vor seinem Tod. Es wurde bereits am 26.12.1827 uraufgeführt. Am ersten Todestag Beethovens (28.3.1828), wurde es bei einem Privatkonzert Schuberts wieder mit großem Erfolg im Musikverein gespielt.
R. Schumann bezeichnete das Trio als Schuberts „eigentümlichstes“ Werk romantischer Kammermusik und als „zürnende Himmelserscheinung“.
Die Haupttonart Es-Dur ist ein Hinweis auf die Größe und Erhabenheit der Musik. „ …Ton der Liebe, der Andacht, des traulichen Gesprächs mit Gott; durch seine drei „Be“ die heilige Trias (Dreifaltigkeit) ausdrückend.“ (Chr. Fr. D. Schubart)
Erster Satz – Allegro (16 Min)
Der erste Satz startet mit einem -an Beethoven erinnernden- energischen Hauptthema. Danach schließt ein schattenhaftes Seitenthema an, welches von einer gesanglichen Melodie abgelöst wird. Letztere wird in der Durchführung in Schuberts einzigartiger Weise verarbeitet, wobei die verschiedenen Stimmen kunstvoll ineinander fließen.
Zweiter Satz – Andante con moto (11 Min)
Das berühmte Thema in C-Moll, das Schubert einem schwedischen Volkslied nachempfunden haben soll, wird zuerst auf dem Cello und anschließend am Klavier vorgetragen. Diesem tritt ein freundliches Thema in Es-Dur entgegen. In teilweise dramatischer Weise werden die Melodien gesteigert und enden in resignativer Melodik.
Dritter Satz – Scherzando Allegro moderato (8 Min)
Spielerisch gelöste Musik folgt als Gegensatz zur Dramatik des zweiten Satzes.
Vierter Satz – Allegro moderato (18 Min)
Eine in Dur gehaltene tänzerische Musik im 6/8 Takt steht wiederholt einer flackernden, in Moll komponierten Tremolomelodie im 4/4 Takt gegenüber. Höhepunkt des Satzes ist die zweimalige – im Cello vorgetragene – Wiederkehr der Hauptmelodie des zweiten Satzes. Diese löst sich schließlich in Dur in einer kraftvollen Schlussmelodie und in Schlussakkorden auf.
(ca. 53 Min)